ergonometrie am arbeitsplatz

Die vier Grundprinzipien für Ergonometrie am Arbeitsplatz

Stell dir vor, du schaust dir verschiedene Arbeitsplätze an und bist direkt in der Lage, die Risikofaktoren zu erkennen, die zu Muskelentzündungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates beitragen. Jemandem, dem das gelingt, unterstellt man den „ergonomischen Blick“. Er ist in der Lage, potenzielle Verletzungsmöglichkeiten zu erkennen und proaktiv Verbesserungen der Arbeitsplatzgestaltung vorzunehmen. Damit verhindert er schädliche Entwicklungen, die täglich und schleichend am Arbeitsplatz stattfinden.

Dieser ergonomische Blick soll heute eingenommen werden, um auf die Ergonomie am Arbeitsplatz zu schauen. Es werden dabei vier grundlegende Prinzipien unter die Lupe genommen, um die Arbeitsplatzsituation im Büro zu verbessern. Das hilft Risikofaktoren zu erkennen und mit der richtigen Büroeinrichtung gegenzusteuern.

Behalte deine neutrale Haltung bei

Das A und O für die Ergonomie am Arbeitsplatz: eine neutrale Körperhaltung! Darunter versteht man eine Haltung, bei der der Körper im Sitzen oder Stehen ausgerichtet und im Gleichgewicht ist, sodass er nur minimal belastet wird und die Gelenke in einer Linie bleiben.

Neutrale Haltungen minimieren die Belastung von Muskeln, Sehnen, Nerven und Knochen und ermöglichen ein Höchstmaß an Kontrolle und Krafterzeugung. Es kommt also darauf an, in richtiger Art und Weise am Schreibtisch sitzen zu können.

Verfehlt man die neutrale Körperhaltung aufgrund nicht passender Büromöbel, belastet das auf Dauer den Bewegungsapparat des Arbeitenden und bildet einen nicht unerheblichen Risikofaktor für Muskel-Skelett-Erkrankungen. 

Tipp, um den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten!

Um den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten, solltest du dich mit Büromöbeln umgeben, die so eingestellt sind, dass du über einen langen Zeitraum in der neutralen Körperhaltung arbeiten kannst.

Dehne und bewege dich

Das Muskel-Skelett-System wird oft als das Bewegungssystem des menschlichen Körpers bezeichnet. Arbeitest du über viele Stunden in einer statischen Position, ermüdet das deinen Körper. Das definiert man als die statische Belastung. Man tut sich nichts Gutes, wenn man nicht für den richtigen Ausgleich sorgt.

Rein intuitiv verlangt der Körper fast von selbst danach. Das lässt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen: Wer schon mal über eine Stunde ununterbrochen mit einem Stift geschrieben hat, erinnert sich bestimmt, dass er nach Ablegen des Stifts spontan seine Hand ausgeschüttelt hat. 

Eine lange statische Belastung hat eine kumulative Wirkung und führt zu Übermüdung und Unbehagen. Der Ausgleich besteht nun in der regelmäßigen Dehnung und Bewegung des Körpers. Dazu gehört es Schulter und Rücken sowie die Extremitäten zu strecken. Vielleicht ist sogar Zeit für ein paar Kniebeugen.

Dehnen verringert die Müdigkeit, verbessert das muskuläre Gleichgewicht sowie die Körperhaltung. Nebenbei steigert es die Muskelkoordination. Es bietet sich an, dem Körper vor und während der Arbeit kleine Bewegungseinheiten zuzuführen, um die Leistung zu verbessern und das Verletzungsrisiko zu senken.

Tipp, um den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten!

Um Bewegungspausen täglich und ohne großen Aufwand integrieren zu können, solltest du dich mit Büromöbeln umgeben, die das ohne großen Aufwand zulassen und evtl. in die Übungen integriert werden können. Stichwort Sitzball.

Vermeide Kontaktstress

Kontaktstress entsteht durch ständigen Kontakt oder Reibung zwischen den harten sowie scharfen Gegenständen oder Oberflächen und empfindlichem Körpergewebe. Damit ist das Weichgewebe der Finger, Handflächen, Oberschenkel und der Füße gemeint. Dieser Kontakt erzeugt einen lokalen Druck auf einen kleinen Bereich des Körpers, der die Durchblutung, die Nervenfunktion oder die Bewegung von Sehnen und Muskeln beeinträchtigen kann.

Beispiele für Kontaktbelastungen sind das Auflegen der Handgelenke auf die scharfe Kante eines Schreibtisches bei der Ausführung der täglichen Aufgaben. Der Druck entsteht insbesondere dann, wenn sie nicht abgesetzt werden können. Das kann handwerkliche Aufgaben betreffen, die ein Hämmern mit der Hand erfordern oder das Sitzen ohne ausreichenden Platz für die Knie.

Tipp, um den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten!

Umgib dich mit Büromöbeln, die angenehm in der Berührung sind, keine scharfen Kanten aufweisen und dir je nach Situation ausreichend Bewegungsfreiheit lassen. 

Sorge für eine angemessene Beleuchtung

Auch die schlechte Beleuchtung ist ein häufiges Problem in der Ergonomie am Arbeitsplatz. Es beeinträchtigt Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Zu viel oder zu wenig Licht, beides erschwert die Arbeit. Ebenso, wenn die Lichtquelle aus der falschen Richtung kommt. Es führt mit der Zeit zur Ermüdung der Augen und provoziert Kopfschmerzen.

Ergreifen Sie am Computerarbeitsplatz Maßnahmen, um nicht vom Bildschirm geblendet zu werden. Stellen Sie sicher, dass der Monitor nicht frontal vor einem Fenster oder einem hellen Hintergrund steht.

Tipp, um den Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten!

Stellen Sie den Schreibtisch auf jeden Fall so, dass das Tageslicht von der Seite auf den Bildschirm fällt. Sorgen Sie für eine einstellbare Beleuchtung direkt am Arbeitsplatz.

Conclusio

Ergonomie am Arbeitsplatz muss keine unlösbare Aufgabe sein. Die ergonomischen Grundsätze, die in diesem Artikel behandelt wurden, beziehen sich größtenteils auf  den gesunden Menschenverstand. Schwieriger ist es schon, die praktische, tägliche Anwendung dieser Grundsätze einzuhalten. Also wirklich regelmäßige Bewegungspausen einzulegen oder auch mal am Stehpult zu arbeiten. Das ist es, was für viele Unternehmen und Arbeitnehmer die eigentliche Herausforderung darstellt.

Ein guter Wegbereiter für die richtige Ergonomie am Arbeitsplatz ist die geeignete Grundausstattung, die die Einhaltung der o. g. Grundprinzipien erleichtert. Diese sollte eine möglichst große Bewegungsfreiheit garantieren und das Einhalten der neutralen Körperhaltung zuverlässig ermöglichen.

Nicolas Schultz