homeoffice einrichten mit wenig platz

Platz fürs Homeoffice gibt es in der kleinsten Hütte

Der Küchentisch war immer schon die Kommandozentrale vieler Haushalte: Hier wird nicht nur gegessen. Man spielt, bastelt, kommuniziert und streitet. Der Nachwuchs sitzt an den Hausaufgaben. Und mit Pandemiebeginn wurde der Tisch nicht nur ein Arbeitsplatz für die Erwachsenen, die zu Hause mal eine Überstunde dran hängen – sondern ein festes Homeoffice. Seit nunmehr fast 24 Monaten. Arbeiten am Küchentisch.

Das ist nicht immer etwas Schönes. Privates wird mit der Arbeit vermischt. Abends bleiben Technik und Unterlagen liegen. Allein der permanente Blick auf Laptop und diverse Akten kann Stress erzeugen. Hinzu kommt: Ergonomisch bequem ist das stundenlange Arbeiten dort ebenfalls nicht.

Hersteller, die das aufgenommen haben, fangen nun an, Lösungen anzubieten, Arbeitsplatzmöglichkeiten auf kleinstem Raum zu kreieren, damit das Provisorische bei der täglichen Telearbeit immer weniger wird und der Schreibtisch einen zunehmend festen Platz in der selbst noch so kleinen Wohnung bekommt. Einige Ideen fürs Homeoffice in den eigenen vier Wänden gewinnen zunehmend an Akzeptanz.

Homeoffice als Nischenlösung im bereits vorhandenen Wohnraum

Der Arbeitende soll zwar weg vom Küchentisch, aber gar nicht komplett raus aus der Küche gelockt werden. Vielmehr werden zusätzliche Arbeitsflächen für die Heimarbeit in die Küchenzeile integriert. Bei einer offenen Küche beschreitet man den Weg, die Möbel so abzustimmen, dass ein einheitlicher Look mit der Küche entsteht.

Zum Beispiel kann man die Arbeitsplatte der Küchenzeile seitlich über die Unterschränke hinaus verlängern. Auf diese Weise erschafft man eine integrierte Schreibtischplatte. Vielleicht werden nicht alle Unterschränke benötigt. Es entsteht freier Fußraum für einen Stuhl an der Zeile.

Als Alternative: Man montiert auf einem Unterschrank Auszieh- oder Auszugsboden, der als Schreibtisch genutzt werden kann. Wer im Moment keine neue Küche plant, hat ebenfalls Optionen. An das Ende einer Küchenzeile dockt neu ein kleiner, vielleicht sogar höhenverstellbarer Schreibtisch an. Ebenso kann man an anderer Stelle im Raum Unterschränke als Tische verwenden. Dass diese Arbeitsplatz-Varianten einen ähnlichen Look wie die Küchenzeile haben bzw. Elemente in dieser sein könnten, gibt dem Ganzen einen einheitlichen und aufgeräumtes Flair und dem Tisch eine professionelle Wirkung.

Gerade wer offen wohnt und es kaum mit trennenden Wänden zu tun hat, sollte auf optisch gleiche Wohnmöbel Wert legen. So können Küchenschränke auch Wohnzimmer-Vitrinen sein, und Arbeitsplatten Schreibtische werden. Das schlägt sich in der Schaffung von Arbeitsplatzmöglichkeiten innerhalb des vorhandenen Wohnraums nieder. Hohe Sideboards bieten integrierte Schreibtisch-Nischen. Auch eine freie Ecke des Zimmers bietet sich als Homeoffice an. Durch Hänge- und Unterschränke entsteht ein Arbeitsplatz mit viel Stauraum.

Homeoffice als das kleine mobile Office in der kleinsten Lücke

Hat man nicht nur keinen Raum übrig, sondern überhaupt nur einen einzigen Raum zur Verfügung, so lassen sich auch hier gute Ideen finden.

Eine freie Ecke fürs Homeoffice

Den ganzen Tag zu sitzen ist nicht gut für die Gesundheit. Ein Eckarbeitsplatz kann Abhilfe schaffen. Kurz gesagt, wird bei diesem Projekt ein passendes Stück Holz und Regalhalterungen verwendet, um eine ungenutzte Wand in einen umlaufenden Schreibtisch in Barhöhe zu verwandeln. Dieser kann dann mithilfe eines Barhockers im Sitzen, aber auch im Stehen verwendet werden.

Raumteiler Vorhang

Mit einem Vorhang als selbst gemachtem Raumteiler lässt sich eine Ecke für Ihr Heimbüro einrichten. Es entsteht eine “Wand” aus Stoff. Diese erstreckt sich über die gesamte Breite des Raums. Im geschlossenen Zustand trennt sie den Arbeitsbereich vom Wohnzimmer ab.

Möbel für kleine Räume

Zu viele Möbel können einen winzigen Raum überladen und beengt wirken lassen. Muss dennoch ein Schreibtisch dazu, kann ein klaustrophobisches Gefühl vermieden werden, indem man langbeinige Möbel ohne optisches Gewicht verwendet.

Geheimfach Homeoffice

Ein Teil des Apartments kann durch eine Schiebetür abgetrennt werden. Ist die Arbeit beendet, kann man einfach die Tür zuziehen und hat Feierabend.

Farbe an die Wand

Reicht der Platz wirklich nur für einen schmalen, vielleicht ausklappbaren Tisch und einen Stuhl, sollte man dafür sorgen, dass sich der Arbeitsbereich optisch vom Rest des Zimmers abhebt. Es braucht dann Farbe, um das Homeoffice in einem offenen Raum wie einem Apartment zu definieren. Beispielsweise könnte man ein Paneel in kontrastierenden Farben zur Hauptwand streichen. Es sollte etwa in der Breite des Schreibtisches und in der Höhe bis knapp unter die Decke reichen, sodass es einen gerahmten Hintergrund für Ihren Schreibtisch bildet.

Aber auch ein Muster kann den kleinen Raum hinter dem Schreibtisch aufpeppen. Eine interessante Tapete oder ein Wandbild lenken geschickt von einem unordentlichen Schreibtisch ab und können mit der Wahrnehmung des Raums spielen. Falls man es nicht so mit Tapeten hat, kann auch eine Pinnwand an der Wand angebracht werden, um einen interessanten Hintergrund für den Arbeitsbereich zu schaffen.

Conclusio

Immer mehr Menschen werden weiterhin, zumindest tageweise, von zu Hause aus arbeiten, und zwar unabhängig von den aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen. Oben beschriebene Möbelideen spiegeln den Wunsch nach einer höheren Flexibilität bei beruflichen und familiären Aufgaben wieder. Den Arbeitsplatz auch bei geringem Platz in das eigene Heim zu integrieren, ist möglich, ohne dass es eine permanent existierende provisorische Situation ist. Auch wenn es kein separates Büro in der Wohnung gibt, können zusätzliche Arbeitsecken in allen möglichen Wohnbereichen eingerichtet oder Klapplösungen eingesetzt werden.

Nicolas Schultz