Nachhaltige Büroeinrichtung – darauf solltest Du achten

Steigende Temperaturen, chaotische Wetterphänomene, aussterbende Tiere. All das und noch viel mehr sind sichere Anzeichen für den Klimawandel. Er ist kein zukünftiges Szenario, das im nächsten Jahrhundert greift und eine Generation befällt, mit der wir uns nicht mehr verbunden fühlen. Der Klimawandel findet bereits jetzt statt und wir befinden uns mittendrin. Die nachwachsende Generation, der die Angst schon viel stärker im Nacken sitzt demonstriert, wann immer möglich, für eine umweltfreundliche Zukunft, um den Rest der Welt aufzurütteln. Die Zeit zum Handeln ist da. Schlimmeres muss verhindert werden, ein Ersatzplanet ist nicht in Sicht.

Und in der Tat bewegt sich etwas. Die Menschheit beginnt nachhaltiger zu denken und sich im Kleinen zu ändern. Es muss nicht immer die große Maßnahme sein. Kleine Teile ergeben auch ein großes Ganzes. Jeder Einzelne kann eine Menge erreichen. Solche Veränderungen müssen nicht weh tun und sind leicht durchführbar.

Ein Bereich, in dem Nachhaltigkeit gelebt werden kann, ist die Arbeits- und Bürowelt. Einige haben sich den morgendlichen Kaffeebecher to go schon abgewöhnt, bringen sich ihr Essen in Mehrweg-Behältnissen mit und vermeiden es, alleine mit dem Auto ins Büro zu fahren, um Pluspunkte fürs Klima zu sammeln. Aber es geht noch mehr: Büroeinrichtung ist ein weites Feld der Nachhaltigkeit. Wir zeigen dir, was nachhaltige Produkte ausmachen und worauf du bei deiner Büroeinrichtung achten solltest.

 

Achte auf eine smarte und energiesparende Technologie

Dazu gehört in erster Linie, dass Strukturen im Büro so eingerichtet werden, dass die Belegschaft flexibel von Zuhause aus und unter Vermeidung weltweit stattfindender Präsenzkonferenzen durch die Welt jetten und massenhaft fossile Brennstoffe verbrauchen muss. Heißt im Klartext: Lieber Telko oder Zoom-Konferenz als Meeting auf einem anderen Kontinent. Hin zum papierfreien Büro durch Nutzung digitaler Kommunikation.

Der Schlüssel zum umweltfreundlicheren Büro liegt darüber hinaus in der Verwendung umweltfreundlicher Geräte. In diesem Zusammenhang sollte man die Mitarbeiter*innen eher mit mobilen Endgeräten anstatt mit gängigen Desktop-PC ausstatten. Nur so gelingt es dem Arbeitenden, zumindest einen Teil der Zeit Zuhause oder in der Bahn zu arbeiten.

Auch in anderer Hinsicht machen die Laptops das Rennen in der Ökobilanz: Sie bieten optimale Effizienz, da sie fünfmal weniger Energie verbrauchen als ein Desktop-Computer. Entscheidest du dich für ein modernes Gerät mit eingebauten energiesparenden Komponenten, spart das Gerät nennenswert Strom , wenn es sich zeitnah und selbstständig in den Ruhemodus schaltet.

In einem jeden Büro wimmelt es in der Regel von weiteren elektronischen Geräten: Faxe, Scanner, Kopierer, Smartphones. All diese Geräte produzieren eine Menge CO2 und verbrauchen eine wahnsinnige Menge an Energie. Es bietet sich an multifunktionale Geräte zu verwenden, also die Eier legende Wollmichsau, die faxen, scannen und kopieren kann. Auch bei so einem Gerät zählt das Energie sparende Moment. Sie werden nur dann eingeschaltet, wenn es erforderlich ist und verschwinden direkt in den Ruhemodus, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Stelle dir darüber hinaus die Frage, ob jeder einen Drucker in seinem Zimmer braucht oder ob man nicht besser ein leistungsstarkes Gerät in einem separaten Raum einrichtet? Vielleicht muss es nicht unbedingt gekauft, sondern kann geleast werden, damit stets das ökologischste Modell im Einsatz ist.

Ähnliches gilt für sämtliche Geräte der Büroeinrichtung. Sie sollten regelmäßig auf ihre Ökobilanz überprüft werden. So lassen sich bis zu 40 % an Gesamteffizienz einsparen. Es versteht sich von selbst, alle diese Geräte mit Öko-Strom zu betreiben, wann immer das möglich ist. Sehr effektiv kann intelligente Technologie eingesetzt werden. So können Beleuchtung und Strom ausgeschaltet werden, wenn keiner mehr im Raum ist. Die Heizung kann genau auf die Arbeitszeiten einprogrammiert werden. All das kann einen großen Unterschied machen.

Einsatz nachhaltiger Büromöbel

 

Untersuchungen zeigen, dass 30 % der schädlichen Treibhausgase bei der Produktion von Möbeln, also auch Büromöbeln entstehen. Wenn man sich an dieser Stelle vor Augen führt, dass es in vielen Büros über viele Jahre aus Prestigegründen immer nur das Neueste vom Neuesten sein soll, kannst du dir leicht vorstellen, dass sich in diesem Bereich etwas verändern lässt. Das bestätigt auch die Trendforscherin und Innenarchitektin Katrin de Louw. Sie beobachtet seit einiger Zeit, gerade bei der nachwachsenden Generation den Willen zum Umdenken. Verbraucher hinterfragen immer stärker ihren Konsum, überlegen was sie wirklich brauchen und kaufen nachhaltig und bewusst. Sie erkundigen sich, mit wem das Unternehmen zusammenarbeitet, welche Rohstoffe zum Einsatz kommen und was der Hersteller leistet, um so klimaneutral wie möglich zu produzieren.

Damit auch du in einem nachhaltig eingerichteten Büro arbeiten kannst, helfen dir die folgenden Strategien:

Entscheide dich für zeitlose Qualität

Im Jahr 2017 lag das Marktvolumen für Büromöbel bei knapp 2,4 Milliarden Euro. Tendenz steigend. Schreibtische, Bürostühle, Materialschränke gibt es für jeden Geschmack und müssen meist up to date sein. Wenn du in zeitlose Möbel investierst, die auch in einigen Jahren noch schick daher kommen, dauert es viel länger bis deine Objekte auf dem Müll landen (und auch das muss nicht die zwingende Perspektive sein).

Damit dir das gelingt kann, solltest du dich gut beraten lassen und anstatt bei einem allgemeinen Möbelhandel zu bestellen, solltest du dich auf den Weg in den Fachhandel begeben. Dort wirst du kompetent beraten und man wird ganz auf deine Vorstellungen eingehen können. Während du Ausschau hältst, achte darauf, dass du dich für zertifizierte Produkte entscheidest. Nachhaltige Unternehmen achten bei der Herstellung von Büromöbel auf den Energieverbrauch, die Materialauswahl sowie die Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Ökosystem. Dabei bevorzugen sie recyclingfähige Rohstoffe und arbeiten gezielt mit Herstellern zusammen, die sich ebenfalls der Nachhaltigkeit verschrieben haben.

Setze auf die richtigen Rohstoffe

Die sollten in erster Linie aus einer nachhaltig produzierenden Quelle kommen und die Umwelt bis zu ihrer Verarbeitung noch nicht allzu sehr belastet haben. Die im Büro am häufigsten vorkommenden Rohstoffe sind Holz, Kunststoff und Metall.

Die Schreibtischplatte beispielsweise kann ohne Einbußen aus nachhaltigen Materialien wie Bambus oder Holz sein. In diesem Zusammenhang ist auf das FSC (Forest Stewardship Council) -Label zu achten. Ein solches Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, in denen abgeholzte Bäume durch neu nachwachsende ersetzt werden. Ein nachhaltiges Unternehmen setzt auf ressourcenschonende Technologien. Die Holzbestandteile der Tischplatten bestehen zu 30% aus recyceltem Altholz, das ausschließlich den geltenden Verordnungen und Prüfsystemen entspricht.

Kunststoff kommt fast ohne Ende im Büro vor. Nicht nur Möbel bestehen aus diesem Material, auch Ablageregale, Kabelspiralen und Stifthalter. Gleichzeitig hat die Verwendung von Kunststoff unter dem Umweltaspekt bereits einen äußerst schlechten Ruf. Umso mehr sollte man mit diesem Material eher sparsam umgehen. Bürostühle sind nachhaltiger, wenn sie aus einer Holz- anstatt aus einer Kunststoffschale bestehen. Wenn das Material zum Einsatz kommt, solltest du bereits bei der Anschaffung auf seine Recyclingfähigkeit achten.

Ein weiterer interessanter Gedanke ist der Einsatz von Bio-Kunststoff, auf den immer mehr Firmen bei der Herstellung achten. Als Bio-Kunststoff oder auch Bioplastik werden Kunststoffe bezeichnet, die auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden können und biologisch abbaubar sind. Seit einigen Jahren lassen sich auf Büromöbel-Messen viele kreative Umsetzungsmöglichkeiten finden.

Stahl ist ein sowohl robuster, als auch gut wiederverwendbarer Rohstoff, der sich bestens für den Unterbau von Büromöbeln eignet. Das macht seine Ökobilanz so positiv. Stahl kann immer wieder recycelt und neu eingesetzt werden. Dein Stück Stahl hat also mehrere Leben und kann nach dem Schreibtischuntergestell zum Mülleimer oder einem Bildschirmhalter werden. Es gehört damit unbedingt in deine Büroeinrichtung.

Achte auf den Recycling-Faktor

Zuhause ist es für uns alle zur Selbstverständlichkeit geworden: Wir trennen unseren Müll, um so viele Stoffe wie möglich, wieder in den Kreislauf zurückzuführen. Das lässt sich gut in die Bürowelt übertragen. Geht es um Büromöbel, darf auch dieser Gedanke nicht außen vor bleiben.

Mach dir also nicht nur Gedanken, aus welchen recycelten Materialien deine Büromöbel entstanden sind, sondern schau darauf, was nach ihrer Lebendphase damit geschehen kann. Hast du beim Kauf schon auf recyclefähige Produkte geachtet, lassen sich diese weit aus einfacher in den Recycle-Kreislauf eingliedern und haben eine größere Chance auf mehrere Leben. Abgesehen davon, dass man noch gut erhaltende Schreibtische und Schränke an Vereine oder Organisationen spenden kann. Auch das ist nachhaltig und lässt Freude aufkommen.

Kaufe giftfrei

Die meisten Produkte, die schlecht für die Umwelt sind, tun auch dem Menschen nicht gut. Büromöbel können Giftstoffe freisetzen und die Qualität der Raumluft stark beeinträchtigen. In der Regel verbringst du bis zu 40 Arbeitsstunden pro Woche im Büro. Dort bist du vielen umweltschädlichen, teils sogar giftigen Substanzen ausgesetzt: Elektrosmog, Verarbeitungsmaterial und anderen chemischen Substanzen. Wähle deshalb Büromöbel, die keine flüchtigen organischen Verbindungen wie Formaldehyd und Benzol freisetzen. Bestimmte Pflanzen können an dieser Stelle zwar einiges auffangen, denn sie nehmen Giftstoffe auf und fangen sie für dich ab. Aber du solltest konsequent auf Produkte verzichten, die giftige Stoffe verarbeiten.

Auch auf Büroreinigungsprodukte kannst du ein Auge werfen. Viele enthalten schädliche Chemikalien, die die Umwelt (und deinen Körper!) belasten können. In Absprache mit dem Reinigungsunternehmen kann man umweltfreundliche Produkte verwenden und die Umwelt damit entlasten.

Handle im Team

Viele Unternehmen würden gerne viel nachhaltiger agieren und die Büroeinrichtungen in ihren Betrieben ändern. Allein es fehlt ihnen an Zeit, denn sie haben genug andere Probleme auf dem Tisch liegen. Es würde also helfen, wenn sich Interessierte zusammenfinden könnten, die sich des Themas annehmen und in Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung daran arbeiten, die Büroeinrichtung Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten.

Das schont am Ende nicht nur die Umwelt, sondern steigert auch die Teamfähigkeit. An einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten und dabei etwas Gutes zu tun, schweißt zusammen. Nicht zuletzt haben nachhaltig produzierte Möbelstücke eine positive und entschleunigende Wirkung auf den Menschen. Und immerhin ist der ja auch teil der Umwelt.

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