Homeoffice: Nachteile erkannt – Nachteile gebannt

Auch wenn uns die Pandemie gerade flächendeckend ins Homeoffice treibt, wird das Arbeiten im eigenen Heim auch darüber hinaus fester Bestandteil unserer Lebenswelt bleiben. Auf den ersten Blick hat die Arbeit am heimischen Tisch eine Menge an Vorteilen aufzuweisen: Privates und Geschäftliches lassen sich erstklassig miteinander vereinbaren. Man gewinnt nicht nur Zeit, sondern spart auch Geld, weil Anfahrtswege ausbleiben und auch das Outfit nicht mehr ganz so exklusiv ausfallen muss.

Langfristige Studien der Universität St. Gallen haben ergeben, dass Arbeiten im Homeoffice mit weniger Stress behaftet sein kann und zu besserem Schlaf führt, was sich positiv auf die Fehlzeiten der Arbeitnehmer auswirkt. Die Studien brachten jedoch ebenso ans Licht, dass Homeoffice ein zweischneidiges Schwert ist.

Denn die ausgewiesenen Vorteile können durch eine fehlerhafte Umsetzung zunichte gemacht und ins Gegenteil umgekehrt werden. Welche Nachteile das bezogen auf die Gesundheit hat und wie man daraus entstehenden Gesundheitsproblemen entgegenwirken kann, zeigen wir dir im Folgenden auf.

Gesundheitsprobleme, die mit dem Homeoffice einhergehen

Was auf der einen Seite sehr verführerisch klingt, nämlich, dass sich Lebens- und Arbeitsweit miteinander vermischen, kann mit der Zeit stressig für den Einzelnen werden. Es fällt häufig schwer, sich abzugrenzen. Im Büro arbeitest du deine acht Stunden, klar durch eine Mittagspause getrennt. Zuhause bringst du vielleicht erst dein Kind in die Schule, hängst eine Maschine Wäsche auf oder findest einfach den Einstieg nicht, weil dich zu viel ablenkt. Gerade nachdem du dich an den Schreibtisch gesetzt hast, ruft dich deine Mutter an und will etwas mit dir besprechen. Am Nachmittag steht noch der Wochenendeinkauf an und die Treppe müsste ebenso gewischt werden.

Homeoffice kann durch vielfältigste Faktoren zum Spießrutenlauf für dich werden, weil du bemüht bist, es allen recht zu machen. Nicht selten ist der Stress real gar nicht gegeben. Du setzt dich selbst unter Druck und grenzt dich nicht konsequent ab. Du eierst zwischen den häuslichen Pflichten und deinen beruflichen Anforderungen hin und her. Bist du dann am Abend arbeitstechnisch nicht weit genug gekommen, schiebst du nach Feierabend eben die ein oder andere Stunde auf dem Sofa hinterher. Das führt zum nächsten Stressfaktor: der permanenten Erreichbarkeit. Bis spät in den Abend checkst du Mails oder gehst nochmal die Chats durch, ob es Aktuelles zu beachten gilt.

Stress verursachend ist für viele die mangelnde zwischenmenschliche Kommunikation. Es fehlt der kurze Schnack am Kopierer,  bei dem man sich schnell mal austauscht und ins Gespräch kommt. Je nach Arbeit, sitzt man die ganze Woche allein Zuhause und bearbeitet ein Projekt nach dem anderen.

Auch der sogenannte Techno-Stress kann manchen Menschen stark zusetzen. Sie sind nun selbst dafür verantwortlich, dass alles am Arbeitsplatz läuft und alles seine Ordnung hat. Kabelsalat am Esszimmertisch sind da keine Seltenheit. Dort wo im Büro der Techniker alles richtet, wenn es technisch brennt, muss man Zuhause selbst ran. Für viele ein täglicher Wahnsinn, gerade wenn sie ihre Geräte vielfach an anderem Ort in der Wohnung aufbauen.

Sicher lässt es sich im eigenen Zuhause mal am Küchentisch, mal auf dem Sofa oder bei gutem Wetter auf der Gartenliege arbeiten. Hilfreich ist das aber nicht und es schadet auf Dauer dem gesamten Bewegungsapparat, denn ergonomisches Sitzen findet in diesem Fall nicht statt. Wir lümmeln an sämtlichen Orten mit dem Laptop auf dem Schoß herum und scrollen uns gekrümmt durch unser Tagewerk. Nach bereits kurzer Zeit werden sich Gelenke, Muskeln und Knochen genervt zu Wort melden.

Bekannt in diesem Zusammenhang sind Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne, Schulter- und Nackenverspannungen oder Verkrampfungen des gesamten Bewegungsapparates, die gerade durch nicht-ergonomisches Sitzen an gewöhnlichen Tischen initiiert werden. Psychisch ruft langanhaltender Stress die stillen Killer auf den Plan: Damit sind stressbedingte Erkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck, zu hohe Blutfett- und Blutzucker-Werte gemeint, die die Gesundheit ernsthaft gefährden können.

Haltung annehmen – gerade im Homeoffice

Diesen Gesundheitsproblemen ist man jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Man kann aktiv etwas dagegen unternehmen. Mithilfe der richtigen Maßnahmen und des passenden Equipments lässt sich der Fokus auf die guten Seiten des Homeoffice werfen. Denn über eines muss man sich im Klaren sein: Die Arbeitswelt wird sich zunehmend weg von der reinen Präsenzkultur entwickeln. Zukünftig wird man einen beständigen Teil seiner Arbeitszeit im Homeoffice verbringen. Also warum sich nicht gleich auf diesen Umstand einstellen.

Eine feste Tagesstruktur muss sein, auch im eigenen Heim

Wie immer dein Job aussieht, richte dir regelmäßige Arbeitszeiten ein. Anlehnend an die Arbeit im Büro heißt das, dass du zu einer fixen Zeit anfängst, aktiv Pausen einplanst und dir einen richtigen Arbeitsplatz einrichtest. Für eine Weile kann man mal am Küchenblock arbeiten. Das sollte jedoch keine Dauerlösung sein. Mit dieser klaren Trennung verhinderst du, dass sich beide Welten ungut vermischen.

Bei der Einrichtung deines Arbeitsplatzes solltest du darauf verzichten, deinen alten Kinderschreibtisch samt ausrangiertem Stuhl aus dem Keller zu rekrutieren. Wichtig ist, dass du gesund sitzt und jederzeit flexibel arbeiten kannst. Dafür eignen sich höhen verstellbare Schreibtische, die per Knopfdruck in vier verschiedene Positionen einstellbar sind. Diese lassen sich sogar fest einspeichern.

So gelingt es dir leicht, Konferenzen im Stehen abzuhalten, konzentrierte Arbeiten in gewohnter Sitzhaltung zu leisten und je nach Bedarf zu wechseln. Damit vermeidest du das sehr schädliche permanente Sitzen und bleibst in Bewegung. Du darfst ja nicht vergessen, dass du durch die Arbeit im eigenen Zuhause  weniger in Bewegung bist als im Büro. Dorthin legst du einen Weg zurück, auch wenn es nur vom Parkplatz bis zu deinem Schreibtischstuhl ist. Ebenso machst du dich in der Mittagspause auf den Weg in die Kantine oder springst mal schnell in die Stadt oder in den Park, wenn du frei bist.

Bei der Wahl deines Schreibtischstuhls solltest du, für die vielen Stunden am Tag, immer auf eine ergonomische Sitzhaltung achten. Auch hier gibt es ergonomische Modelle, die auf verschiedene Anforderungen reagieren können. Höhenverstellbare Bandscheibensitze sorgen für ein gesundes Sitzen. Sogenannte Bürodrehstühle verfügen über eine komfortable Synchronmechanik und sind stufenlos verstellbar; passen also prima zu höhenverstellbaren Schreibtischen.

Nur eine aktive Pause ist eine gute Pause

Als ergonomische Sitzalternative sollte man einen Sitzball ebenfalls ins Auge fassen, denn er stellt sich flexibel auf die Bedürfnisse deiner Bandscheiben und deiner Wirbelsäule ein. Darüber hinaus hast du das nötige Workout-Instrument gleich zur Hand. In den eigenen vier Wänden hast du nämlich gleich die unschlagbare Möglichkeit für ein regelmäßiges Trainingsprogramm und das solltest du ernst nehmen.

Bereits täglich zehn Minuten können dir und deinem Körper helfen, nicht zu verspannen oder zu verkrampfen. Der Aufwand ist minimal, die Wirkung riesig. Nach einem kleinen Warm-up, lockerst du sämtliche Muskelgruppen einmal kräftig auf. Passende Übungen lassen sich schnell im Internet finden. Aber auch ein kleiner Spaziergang hilft ungemein, um den Körper einmal von Grund aufzulockern.

Rituale geben Orientierung im hektischen Alltag

Schaffe dir tägliche Rituale, die du dir auf keinen Fall nehmen lässt. Das kann das selbst gekochte Essen in der Mittagspause sein, der Spaziergang noch zur Tageslichtzeit oder die halbe Stunde Buch lesen, abends um sechs Uhr, direkt nach Feierabend. In dieser Zeit, solltest du für alle unerreichbar sein: das Handy weglegen, den PC in den Energie-spar-Modus schicken und dich nur auf dich konzentrieren.

Zur Einhaltung dieser Rituale solltest du deinen festen Arbeitsplatz verlassen und wenn möglich, die Tür hinter dir schließen, so dass du keinen Blick auf deine Projekte und Geräte hast. Auf keinen Fall solltest du dein Essen am Schreibtisch einnehmen oder das Buch mit hochgelegten Füßen am Schreibtisch lesen, während das Handy im Hintergrund munter vor sich hin summt. Nur auf diese Weise ist es möglich, die eigenen Akkus wieder aufzuladen.

Klare Trennung zwischen dir und deinem Büro

Ein klar abgetrennter Arbeitsbereich hilft dir zwischen Privat und Business zu unterscheiden. Aus diesem Grund solltest du unbedingt am Ende des Tages deinen Arbeitsplatz aufräumen, so wie du es aus dem Büro gewohnt bist. Dafür ist es hilfreich, wenn du die entsprechende Einrichtung in deinen Arbeitsbereich integrierst, also sog. Beistell- oder Materialschränke, in denen du die verschiedenen Unterlagen deiner Projekte unterbringen kannst. Denn nichts belastet die Psyche mehr und löst gewaltigeren Stress aus, als in einem permanenten Dauerchaos unterwegs zu sein.

Mit einer guten Ordnung schlägst du ebenso dem Techno-Stress ein Schnippchen. Gute Schreibtische bieten unaufgeregte Möglichkeiten, um nicht im Chaos zu enden. Sie sind in individuell passenden Größen erwerbbar, haben eine große Kabelwanne, in der der Kabelsalat verschwinden kann und bieten jede Menge Stauraum.

Auch digital ist eine klare Trennung zu vollziehen. Dafür lohnt es, sich einen Moment Zeit zu nehmen und die Einstellungen im Smartphone entsprechend zu modifizieren. Vielleicht kannst du deine privaten Kontakte in dem einen Messenger-Dienst pflegen und die geschäftlichen in einen anderen packen. Ebenso solltest du die Pop-up-Funktion deines Mailprogramms überdenken. So verhinderst du, dass du bei einer gemütlichen Tasse Tee von beruflichen Nachrichten überfallen wirst. Es reicht völlig aus, wenn du dich in deiner nächsten Arbeitssequenz um das Problem kümmerst.

Triff dich trotzdem am Kopierer – auch wenn es nur virtuell ist

Der eigene Job ist mehr oder weniger kommunikativ. Aber gerade wenn du täglich hochproduktiv an deinem Schreibtisch sitzt, nutze jede Gelegenheit, nachzuhören wie es deinen Kollegen geht. Auch die digitale Arbeit erfordert Teamarbeit. Außerdem ist ein Telefonat oder eine virtuelle Videokonferenz, eine äußerst günstige Gelegenheit, dich im Raum zu bewegen oder die Sitzhaltung zu verlassen. Der eigene höhenverstellbare Schreibtisch läuft mit und du selbst kannst dich für die Dauer des Gesprächs in eine aufrechte Position begeben, was Körper und Geist gut tut.

Nachteile sind, was du draus machst

Die Nachteile, die im Zusammenhang mit der Arbeit im Homeoffice entstehen, müssen nicht sein. Mit wenigen Verhaltensmaßnahmen und der richtigen ergonomischen Ausstattung kannst du eventuellen physischen oder psychischen Gesundheitsproblemen vorbeugen. Da sich die digitale Arbeitskultur weiter durchsetzen wird, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich damit auseinander zusetzen.

Nicolas Schultz