Tipps zur Ergonomie von Bürodrehstühlen

Sitzdauer

Bei der Sitzdauer wird zwischen Drehstühlen für gelegentliches Sitzen von 1-3 Stunden, 1-6 Stunden (halbtags) und Bürodrehstühlen für den professionellen Bereich mit einer Sitzdauer von 8 Stunden täglich unterschieden. Unsere Bürodrehstühle sind ausschließlich „8-Stunden-Stühle“.

Einsatzzweck

Für die sogenannten normalen Büroarbeitsplätze kommen nahezu alle Arten von Bürodrehstühlen in Frage. Wir unterscheiden zwischen Wipp-, Permanentkontakt- und Synchronmechanik. Bei der Wippmechanik sind die Sitz- und Rückenlehne fest miteinander verbunden und wippen nach hinten. Der Wipp- oder Neigewiderstand sollte abhängig vom Körpergewicht des Nutzers einstellbar sein. Diese Mechanik ist äußerst stabil und kommt zum Beispiel bei unserem Schwerlastdrehstuhl zum Einsatz. Bei der Permanentkontaktmechanik ist die Sitzfläche starr und nur die Rückenlehne neigbar, so wird der Oberkörper in jeder Sitzhaltung abgestützt. Für das optimale dynamische Sitzen empfehlen wir die Synchronmechanik. Hier sind Sitz- und Rückenlehne in einem vorgegebenen Verhältnis zueinander neigbar. Üblicherweise folgt einer geringen Neigung des Sitzes eine etwas stärkere Neigung der Rückenlehne. Die Sitzfläche ist in der Regel auch nach vorne neigbar. Über die weiche Polsterung (oder Knierolle) der vorderen Sitzkante wird eine gute Blutzirkulation gewährleistet; es gilt die 4-Fingerregel (zwischen der Kniekehle und dem Beginn der vorderen Stuhlkante sollten vier Finger Platz sein). Für PC-Arbeitsplätze empfehlen wir grundsätzlich die Synchronmechanik.

Gesundheitszustand des Nutzers

Je nach der körperlichen Verfassung des Stuhlnutzers kommen verschiedene Bürodrehstühle in Frage. Stuhlnutzer mit leichten Rücken- oder Nackenschmerzen oder solche, die bereits in einer orthophädischen Behandlung sind, sollten in jedem Fall mit ihrem Orthopäden oder dem zuständigen Betriebsarzt sprechen und sich beraten lassen. Für gesunde Drehstuhlnutzer gilt ohnehin unsere Empfehlung unbedingt einen ergonomischen Bürodrehstuhl zu nutzen. Wichtige Checkpunkte werden nachfolgend aufgelistet.

Checkliste für den richtigen Bürodrehstuhl

  • Verfügt der Stuhl über ein Qualitätszeichen „GS“ oder „TÜV“.
  • Ist das dynamische Sitzen zum Beispiel durch eine Synchronmechanik gewährleistet.
  • Ist die Sitzvorderkante abgerundet und weich gepolstert (Blutzirkulation).
  • Die Sitzvorderkante sollte sich beim Zurücklehnen nicht oder nur minimal anheben.
  • Ist die Sitzfläche in der Höhe so verstellbar, dass Ober- und Unterschenkel einen Winkel von etwas mehr als 90° bilden.
  • Bei Menschen mit sehr langen Beinen sorgt eine Sitztiefenverstellung für die bessere Unterstützung der Oberschenkel.
  • Eine Verstellmöglichkeit der Sitzneigung kann den Komfort zusätzlich verbessern.
  • Die Sitzfläche sollte ausreichend breit und ergonomisch geformt sein.
  • Eine Sitztiefenfederung sollte vorhanden sein (Gasfeder).
  • Die Rückenlehne sollte ebenso ergonomisch geformt sein, wie auch über eine Lordosenstütze verfügen (Unterstützung der Lendenwirbelsäule).
  • Die Rückenlehne sollte höhenverstellbar sein und mindestens so hoch sein, dass sie noch die Schulterblätter unterstützt.
  • Eine Kopf- oder Nackenstütze kann den Komfort verbessern.
  • Der Anlehndruck der Rückenlehne sollte einstellbar sein.
  • Der Bürodrehstuhl sollte mit Armlehnen ausrüstbar sein. So wird der Schultergürtel entlastet.
  • Armlehnen sollten in der Höhe, Breite und möglichst der Tiefe (Winkel, bzw. schwenkbar) verstellbar sein.
  • Die Polsterung sollte eine gute Druckverteilung gewährleisten. Der Bezug atmungsaktiv und scheuerfest sein. Sind Polster auch nachträglich austauschbar, ist das sicher kein Nachteil.
  • Das Fußkreuz sollte standsicher sein und nicht kippeln. Fußkreuze mit fünf Rollen sind üblich. Tipp: Ist das Fußkreuz aus verchromten Stahl oder poliertem Aluminium, sieht es auch nach Jahren noch gut und schick aus. Schwarze Fußkreuze (Kunststoff) neigen zum Verkratzen und zur Verschmutzung und sehen daher schon nach kurzer Zeit alt und dreckig aus.
  • Die Rollen sollten ausreichend groß sein, lastabhängig gebremst sein und wahlweise für harte oder weiche Böden wählbar sein.
  • Sind die Hebel und Stellräder gut zu erreichen.
  • Wie lange ist die Garantiezeit.

Sitzeinstellung

Auch der ergonomischste Bürodrehstuhl nutzt nichts, wenn er nicht optimal genutzt wird. Daher überprüfen Sie bitte die richtige Sitzhöhe. Die Beine sollen einen etwas größeren Winkel als 90° bilden, beide Füße fest auf dem Boden stehen. Die Knie sollten immer etwas tiefer als das Becken sein, so wird das Becken automatisch nach vorne gekippt und die Wirbelsäule befindet sich in ihrer „natürlichen S-Form“. Der Anpressdruck der Rückenlehne und die Höhe der Rückenlehne anpassen. Achten Sie auf die ideale Position der Armlehnen (Höhe/Breite/Winkel). Ihre Arme sollten im 90° Winkel auf dem Schreibtisch aufliegen (die Schultern, wie auch die gesamte Muskulatur sollten entspannt sein). Sie sollten sich im Stuhl ganz zurücksetzen, nicht nur auf der Vorderkante sitzen. Stimmt trotz eines gut einstellbaren Bürodrehstuhls trotzdem nicht die Höhe zum Schreibtisch, können wir Ihnen unsere Mehrzwecktische bzw. Allzwecktische als Schreibtische in Ihrer Wunschhöhe liefern. Sprechen Sie uns einfach an.

Bewegungstipps

Informieren Sie sich im Internet oder bei Ihrem Betriebsarzt über Sitzgymnastik und Dehnungsübungen. Unterbrechen Sie wenn möglich regelmäßig das Sitzen und gehen ein paar Schritte, unter Umständen laufen Sie besser zu einem/r Kollegen/in statt ein E-Mail zu schreiben. Lesen Sie die Post im Stehen und nutzen Sie auch mal eine Treppe statt den Aufzug. Perfekt wer sich die Zeit nimmt, regelmäßig Sport zu treiben ;-)

Weitere Informationen zu unseren Stapelstühlen finden Sie in unserem Blogbeitrag: Kleine Enzyklopädie des Stuhls