Ein Jahr Coronawahnsinn

Wem geht das GANZE nicht auf die Nerven?

Dabei klangen die ersten Meldungen Ende 2019 doch ganz harmlos: irgendwo in China gibt es einen neuen Grippevirus. So harmlos, das Deutschland China sogar medizinische Masken noch Anfang 2020 schenkte. Drei Monate später waren eben diese Masken Mangelware in Deutschland und bis heute gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung zur Maskenpflicht.

Ein Jahr voller verpasster Chancen

Wer hätte da nicht gestaunt? Schnell folgten nach dem ersten Corona-Erkrankten in München die Schreckensmeldungen in den Medien über eine drohende Pandemie und sie beherrschen noch heute unseren Alltag. Der ersten Infektionswelle folgte der erste Lockdown. Der ersten Welle folgte die zweite Welle und heute sind wir in der Dritten.

Unser Leben und Arbeiten wird seit Anfang 2020 von einem Virus und dem Umgang mit ihm durch unsere Regierungen bestimmt.

Auch unserem Unternehmen brachen schlagartig 90 Prozent der Kunden im März 2020 weg. Es waren überwiegend Gewerbekunden, die entweder zunächst über die Zukunft verunsichert waren oder die ihren Beruf seither leider nicht mehr ausüben dürfen.

Unsere Rettung war der 1997 eingeführte Onlineshop: schultz.de – mit seiner Hilfe verkaufen wir seit März 2020 überwiegend an private Kunden ergonomische Möbel für das Homeoffice.

Wandel – Chancen erkennen und ergreifen

Wir als SCHULTZ Einrichtungen erhielten 2020 eine Überlebenschance, konnten reagieren und passten uns dem geänderten Büromöbelmarkt an. Seither haben wir unser Angebot im Bereich Homeoffice stark ausgebaut und werden auch in den kommenden Wochen weitere höhenverstellbare Schreibtische, weitere Bürostuhlmodelle und andere ergonomische Büromöbel in unser Lieferprogramm aufnehmen bzw. entwickeln.

Eine Herausforderung unseres neuen Kundenprofils ist die Erreichbarkeit der Privatpersonen. Zwar schränkt uns alle Corona extrem ein, doch sind wir ehrlich, jeder geht mal spontan zum Einkaufen für das Notwendigste vor die Tür oder unser “treuster Freund” zwingt uns unmissverständlich zu einem “Gassigang” um den Häuserblock.

Wir liefern Möbel! Die sind nicht wirklich über einen Paketdienst zustellbar, daher arbeiten wir seit 70 Jahren mit einem Speditionsverband zusammen. Um nun – auch während Corona – unsere Kunden schon bei der ersten Anlieferung vor Ort anzutreffen, lassen wir jede Sendung kostenpflichtig avisieren. Das erfolgt in der Regel über eine E-Mail oder SMS-Nachricht, aus Zeitgründen wird nur noch in seltenen Fällen telefonisch avisiert.

Logistik im Ausnahmezustand

Im Herbst 2019 – noch vor Corona – veröffentlichte der deutsche Logistik-Verband eine Studie, nach der über 60.000 LKW-Fahrer für das gestiegene Sendungsvolumen in Deutschland fehlten. Durch die Corona-Lockdowns hat der Onlinehandel einen extremen Boom erlebt.

Von unserem Logistikpartner hörten wir schon Mitte 2020, dass an Spitzentagen mehr Sendungen bei den Umschlagzentren aufgeliefert wurden, als überhaupt verarbeitet werden konnten – sprich es kam mehr rein als rausging – doch solche Übermengen konnten damals noch durch Überstunden abgearbeitet werden.

Heute ist die Situation noch extremer. Das Sendungsvolumen hat sich seit letztem Sommer ver-X-facht. Hinzu kommt die steigende Anzahl an krankheitsbedingten Ausfällen. So sind aktuell Teile Berlins nur noch per Sonderfahrt und Absprache mit unserem Logistikverband in der Zustellung. Grund: Speditionen sind Corona-bedingt geschlossen – keine Fahrer – kein Büromitarbeiter verfügbar.

Zustellungen & Lieferzeiten Anfang 2021

Zuerst kam der Schnee, dann das Hochwasser. Das neue Jahr ist zwar noch jung, doch es bot einigen Regionen Deutschlands schon die eine oder andere Wetterkapriole. So waren viele Gebiete im Februar aufgrund starker Schneefälle nur schlecht oder garnicht erreichbar. Das anschließende Hochwasser verbesserte die Situation nicht.

Pakete und Sendungen konnten nicht zugestellt werden und stapelten sich in den Logistikzentren. Zum Teil wurden Notzelte auf den Werksgeländen errichtet, um die Sendungen zu lagern und vor dem Wetter zu schützen. Es dauerte leider Wochen den Sendungsstau abzuarbeiten.

Andere Länder andere Sitten. Das chinesische Neujahrsfest zeigte dem Rest der Welt, dass das Land der aufgehenden Sonne auch feiern kann. 15 Tage, die die Lieferketten weltweit durcheinander brachten. So eng sind wir mittlerweile miteinander verbunden. In Chinas Häfen stapelten sich die Container in gigantische Höhen. Die Schiffskapazitäten sind begrenzt, daher kommt es zum Teil noch heute zu monatelangen Verzögerungen.

Im April fuhr sich dann noch ein Containerschiff im Suezkanal fest. Der Kanal war zwar nur für eine Woche gesperrt, doch es warteten über 800 Schiffe mit ihren geladenen Containern auf ihre Weiterreise zu europäischen Häfen.

Ausblick auf ein bewegendes Jahr

Ausgerechnet unsere Mainzer Nachbarn schrieben Geschichte, indem die Firma BioNTech einen der ersten anerkannten Impfstoffe gegen das Coronavirus produzierte. Eigentlich ein Grund zur Hoffnung. Doch was für eine Blamage für die deutsche und europäische Politik. Als ob die Erfinder der Sendung “Pleiten, Pech & Pannen” das Drehbuch geschrieben hätten. Es folgten Ausreden und Schuldzuweisungen. Eines blieb jedoch konstant, der unfassbare Schlingerkurs der eigentlichen, politischen Entscheider.

Ab Juni wird hoffentlich so viel Impfstoff bundesweit zur Verfügung stehen, dass jedem Impfwilligen ein Termin über unser flächendeckendes Hausärztenetz angeboten werden kann. Endlich ein wenig Hoffnung.

Eine Rückkehr zur alten Normalität wird uns allen sehr schwer fallen. Zu viele Opfer hat die Pandemie weltweit gekostet, zu viele Existenten wurden zerstört. Zu viele Fehlentscheidungen getroffen und zu wenige Konsequenzen gezogen.

Das Arbeiten zuhause als Alternative zum Office wird hoffentlich Bestandteil der Bürowelt 4.0 werden. Ohne die täglichen Belastungen in “Corona-Zeiten” bietet das Homeoffice künftig jedem Mitarbeiter zahllose Möglichkeiten selbstbestimmter zu arbeiten. Nach 41 Jahren im Homeoffice weiß ich wovon ich rede/schreibe.

Judgement Day: Im Herbst wird gewählt. Themen wie CO2 und Digitalisierung bestimmen möglicherweise den Wahlkampf. Nun können sich die Ingenieure streiten ob Elektro- oder Wasserstoffmobilität umweltfreundlicher und effizienter ist, sinnvoll wäre meines Erachtens über die großen Zahlen nachzudenken.

Wir Menschen produzieren ca. 4% des weltweiten CO2 durch Mobilität, Industrie und Klimatisierung.

Ca. 16% CO2 werden durch die Massentierhaltung produziert!

Warum denken alle nur in Promille und sprechen nicht in Prozent? Warum klein statt groß?

Wir müssen nicht verzichten, nur halt etwas weniger Fleisch essen, schon ändert sich richtig was ;-)

Wir bei SCHULTZ bleiben voller Zuversicht am Ball und wünschen dir eine stabile Gesundheit & viel Glück

Nicolas Schultz