7 Beleuchtungstipps für Home-Worker

Mit diesen Tipps rückst du dein Homeoffice ins perfekte Licht

Was das Homeoffice anbelangt bist du so langsam zum echten Vollprofi geworden: Du hast dir eine regelmäßige Tagesstruktur aufgebaut, deinen Schreibtisch perfekt im Verhältnis zum Bürostuhl und auf deine Bedürfnisse ausgerichtet und verrichtest mit Hilfe deines Sitzballs täglich deine Übungen, um dich fit zu halten. Auch das Jonglieren zwischen Arbeit und Familie gelingt immer besser, sodass du noch eine Weile auf diese Weise arbeiten kannst.

Nur deine Augen ermüden in letzter Zeit immer öfter oder fangen sogar an zu tränen. Ein Signal, dass du unbedingt beachten solltest, denn es könnte an den ungünstigen Lichtverhältnissen in deinem Homeoffice liegen. Im Büro vor Ort hat sich der Arbeitgeber darum gekümmert und alles so ausgerichtet, dass dein Augenlicht und du unter optimalen Bedingungen arbeiten könnt. Das liegt selbstverständlich in seinem Interesse, denn die richtige Beleuchtung steigert nicht nur das Wohlbefinden. Es erhöht die Konzentrationsfähigkeit, fährt die Produktivität hoch und garantiert bessere Arbeitsergebnisse.

In den eigenen vier Wänden wird das zu deiner Aufgabe, denn Beleuchtung ist viel mehr als nur hell und dunkel. Dafür gibt es ein paar Richtlinien, die dir helfen aber auch sieben Tipps und Tricks, die dein Homeoffice oder die Homeoffice-Ecke ins perfekte Licht setzen.

Was sagt der Gesetzgeber zur richtigen Beleuchtung am Arbeitsplatz?

Ebenso wie ein ergonomischer Bürostuhl, der mittlerweile ein Muss in jedem Büro ist, muss am Arbeitsplatz für die richtige Beleuchtung gesorgt sein, um effizient und gesundheitsschonend arbeiten zu können. Das schreibt sogar das Gesetz vor.

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet den Arbeitgeber in den Paragraphen 3 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes, das Tätigkeitsfeld der Belegschaft so einzurichten, dass jeder bei der Ausübung der erforderlichen Tätigkeiten keinen gesundheitlichen Schaden davonträgt. Das schließt die Beleuchtung mit ein.

Wenn also der Arbeitgeber schon verpflichtet ist, sich um deine Augen zu kümmern, solltest auch du ein paar grundsätzliche Überlegungen für deinen Bildschirmarbeitsplatz anstellen, die sowohl deine Produktivität im Homeoffice steigern, als auch dein Wohlbefinden fördern. Tipps und Tricks für eine ergonomische Beleuchtung

Tipp 1: Das Lichtsetting muss passen

Es gibt so viele verschiedene Arten des Homeoffice wie es Arbeitende, Kreative und Selbstständige gibt. Und jeder findet sich in einer anderen Situation wieder. Manche können aus dem Vollen schöpfen und sich ihr Homeoffice nach persönlichen Wünschen von der Pike auf im eigenen Zimmer einrichten, während andere mit dem Küchentisch vorlieb nehmen müssen. Ganz gleich unter welchen Voraussetzungen du arbeitest, du solltest dir ein Lichtkonzept erstellen, dass zu dir, deiner Situation und deiner Tätigkeit passt. Dabei hat es sich bewährt in einem Raum zu arbeiten, der gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Der Rumpelkeller ist also tabu.

Tipp 2: Die richtige Mischung macht es

Die meiste Arbeit fällt während des Tages an. Aber es gibt Jahreszeiten, da braucht es den Einsatz von Kunstlicht, weil es schon früh am Nachmittag dämmrig wird. Auch gibt es Phasen, in denen die Arbeit schon mal bis spät in den Abend dauert. Aus diesem Grund muss an deinem Arbeitsplatz stets eine gesunde Mischung aus Tages- und Kunstlicht gewährleistet sein.

Das Tageslicht hat viele positive Effekte auf die Gesundheit, ist essentiell für die Leistung und reguliert die innere Uhr, die sich auf die täglichen Veränderungen des Lichts eingestellt hat. Deswegen sollte es viel davon am Arbeitsplatz geben. Das Kunstlicht dient der Ergänzung zum Tageslicht. Dafür stehen drei Lichtquellen zur Verfügung, mit denen das gut gelingen kann: ein Raumlicht von oben (Grundbeleuchtung), ein Schreibtischlicht und Lichtakzente an der Wand.

Mit Raumlicht ist allgemein das Deckenlicht gemeint. Es sollte so gestaltet sein, dass der Raum mit einer breiten und gleichmäßigen Grundbeleuchtung ausgestattet ist. In Kombination mit dem Tageslicht kann der Raum dann optimal ausgeleuchtet werden und ermöglicht produktives Arbeiten. Hervorragend also, wenn die Grundbeleuchtung dimmbar ist und immer in Kombination mit der Tageslichtquelle reguliert werden kann.

Das Licht am Arbeitsplatz selbst kann sehr unterschiedlich gestaltet sein. So denkt man zunächst an die übliche Schreibtischlampe. Kommt die nicht alleine zum Einsatz, kann sie eine gute Unterstützung zum restlichen Licht sein. Man sollte sie jedoch nur als Ergänzung einsetzen, denn für das Auge ist es extrem anstrengend, wenn es zu hohe Kontraste ausgleichen muss. Aus diesem Grund arbeitet man besser nicht in einem dunklen Raum an einem hellen Bildschirm. Man schafft so eine Situation, in der man wie im Tunnel agiert. Heißt, die Lichtquelle ist so ausgerichtet, dass sie nur einen Spot auf die Tastatur wirft, der Rest verschwindet im Dunkeln. Auch hier muss das Auge zu viel Arbeit leisten und ermüdet schnell.

Das Schreibtischlicht muss natürlich auf die Tätigkeit abgestimmt sein, aber günstig wirkt es sich aus, wenn die Lichtquelle ein Stück weit über Kopfhöhe ist. Das Licht sollte breit (leicht schräg) von oben kommen. Hierfür bieten sich Steh- und Pendelleuchten an. Wichtig ist, dass die Lichtquelle blendfrei ist. Darüber hinaus hilft, wenn die Lampe ebenfalls nach oben leuchtet und die Decke indirekt aufhellt. Damit wird das Licht breit in den Raum zurück geworfen.

Lichtakzente an den Wänden sind vonnöten, damit sich das Auge während der Arbeit erholen kann. Der Blick hat so die Möglichkeit durch den Raum zu schweifen. Leuchten an der Wand geben ihm Halt und lassen ihn entspannen. Sie sollten auf Augenhöhe angebracht werden, während man am Schreibtisch sitzt. Das gilt auch für Bilder und anderen Wandschmuck.

Tipp 3 Stelle den Schreibtisch in den rechten Winkel

Zum Fenster. Das ist wegen der Lichtquelle von nicht unerheblicher Bedeutung. Der Schreibtisch sollte im 90-Grad-Winkel zum Fenster stehen. Auf keinen Fall darf der Monitor frontal zum Fenster stehen. Draußen ist es um ein Vielfaches heller als auf der Mattscheibe selbst. In dieser Konstellation muss dein Auge, das sich ständig bewegt, zu viel arbeiten. Unmerklich wird sich die Iris zusammenziehen, wenn du aus dem Fenster schaust. Wandert der Blick zurück auf den Monitor, muss sie sich wieder öffnen, um arbeiten zu können. Dieser permanente Wechsel führt nach kurzer Zeit bereits zu Erschöpfung und Kopfschmerzen.

Ebenso schädlich ist es, wenn man das Fenster im Rücken hat. In dem Moment spiegelt sich das Tageslicht im Bildschirm und lenkt von der Arbeit ab. Das führt dazu, dass man dagegen arbeiten muss. Deswegen ist es optimal, wenn das Tageslicht von der Seite auf den Arbeitsplatz fällt. Reflexe auf dem Monitor bleiben aus. Unterstützend kann das Schreibtischlicht eingesetzt werden.

Als Faustregel gilt, ganz gleich ob auf das Tageslicht oder die Schreibtischlampe bezogen: Bist du Rechtshänder muss die Lichtquelle von links kommen. Bist du Linkshänder, dann von der rechten Seite. Damit wird ein unangenehmes Werfen von Schatten verhindert, das sich sehr störend auf dein Arbeiten auswirken kann.

Tipp 4: Die Stärke macht das rechte Licht.

Auch was die Lichtstärke anbelangt, gibt es feste Richtlinien. Die Beleuchtungsstärke ist verpflichtend und muss auf die räumlichen Verhältnisse und die Tätigkeit verbunden mit den entsprechenden Sehaufgaben ausgerichtet werden.

Für das Homeoffice gelten die folgenden Beleuchtungsstärken in Lux als Empfehlung:

  • 200 – 300 Lux für die allgemeine Beleuchtung
  • 500 – 1000 Lux für die Platzbeleuchtung.

Damit sind die Orientierung im Raum und die Entlastung der Augen, sowie die Unterstützung bei schwierigen Sehaufgaben gewährleistet.

Tipp 5: Setze auf die richtige Lichtfarbe

Bei dieser Frage ist man weitgehend freigestellt. Auch hier kommt es ein bisschen auf die Art der Tätigkeit an. Zur Orientierung: Während man in kuscheligen und gemütlichen Räumen eher mit einer warmen Lichtfarbe arbeitet, also die Rottöne im Licht überwiegen, stattet man Büros eher mit neutral-weißem bis kaltem Licht aus. Das hat einen höheren Blauanteil. Je kälter das Licht ist, desto agiler ist der Schreibtischtäter. Es birgt jedoch die Gefahr, dass man unter Schlafproblemen zu leiden beginnt, wenn man zu lange unter diesem Licht sitzt.

Deshalb darf man beim Homeoffice ruhig ein wenig nach dem eigenen Wohlbefinden und nach der Art der Tätigkeit auswählen. Die Farbtemperatur des Lichts wird in Calvin gemessen. 3000 Calvin sind ein guter Wert, den man einsetzen kann. Er liegt gerade an der Grenze zum kalten Licht.

Der nächste Schritt wären 4000 Calvin. Sie bilden die Norm und sind oft das was als Standard für die Arbeitsplatzbeleuchtung eingesetzt wird. Bei dieser Farbtemperatur, die man neutral-weiß nennt, ist das Farbspektrum ausgeglichen. Die Rot- und Blautöne gelten als ausgeglichen.  Das Licht wirkt jedoch bereits deutlich kälter.

In diesem Bereich ist entscheidend, wie der Raum außerhalb des Arbeitens genutzt wird. Ist er gleichzeitig Wohnraum, wird man ein eher wärmeres Licht wählen. Wird das Zimmer rein als Büro genutzt, darf es etwas kälter sein. Mit der Wahl der Glühbirne hat man es ja in der Hand, kann also auch mal schnell wechseln und ein wenig ausprobieren.

Tipp 6: Arbeite nicht im Schatten des Lichts

Das Auge mag keine Kontraste. Sie verlangen ihm eine Menge ab, weil zu viel Ausgleichsarbeit nötig ist. Das führt zu einer schnellen Ermüdung. Aus diesem Grund sind harte Schatten auf der Arbeitsfläche unbedingt zu vermeiden. Das gelingt mit einer Gleichmäßigkeit des Lichts, das besser breit von oben, als allein und spotmäßig von einer kleinen Schreibtischlampe kommt.

Bei den Aktzentlichtern kann man sehr gerne Schatten erzeugen. Damit strukturiere ich den Raum und gebe dem Auge und damit dem Gehirn Gelegenheit, sich beim Schweifen des Blicks sowie der Gedanken, unterhalten zu fühlen. Das lässt erst gar keine Langeweile aufkommen. Im Gegenteil, durch diese visuellen Spaziergänge können wieder neue, kreative und produktive Schübe ausgelöst werden.

Tipp 7: Halte die Umgebung hell

Auch wenn du nicht direkt zum Pinsel greifen willst, kannst du den Gedanken im Hinterkopf aufbewahren: Auch eine helle Wandfarbe, Gardinen oder Möbel sorgen dafür, dass die Kontraste im Raum reduziert werden und du entspannter und somit länger arbeiten kannst.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass du mit der Ausrichtung des Lichts in deinem Homeoffice einiges bewirken kannst, um weniger müde und somit produktiver und konzentrierter arbeiten zu können. Letztendlich zählt jedoch dein eigenes Wohlbefinden. Jeder Mensch hat ein anderes Empfinden für Licht und entsprechend auch ein anderes Bedürfnis danach. Mit unseren Tipps kannst du dein Homeoffice entsprechend ausrichten, deine Augen schonen und beim Arbeiten volle Fahrt aufnehmen.

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